Die Vorgeschichte & Heute



Bis 2015 wurde die Vorgeschichte der „Samuels Crew“ wenig kommuniziert. Was viele heute nicht wissen ist, dass die Entstehungsgeschichte aus der Berliner Veranstaltungs- und Clubszene mit Animations- und Freestyletanz hervorgeht und nicht aus der eingefleischten Hip Hop-Szene. Diese stützt sich auf die Pfeiler Breakdance, Graffiti, DJing, Rap & Beatbox. Davon lebte diese Kultur. Das Berliner Party- und Nachtleben hingegen war zu dieser Zeit durch Hip Hop-, Techno-, Popmusik und Musik vieler anderer Sparten geprägt.

Einen genauen Zeitpunkt für die Namensgebung "Samuel`s" lässt sich heute nicht mehr exakt festlegen. Fakt ist, dass in den Jahren 1999 bis 2001 die drei international erfolgreichen Judokas Jens, Sebastian und Björn im Berliner Nachtleben zusammen exzessiv tanzend unterwegs waren. Ganz besondere Höhepunkte waren die vor allem im Ostteil Berlins veranstalteten Sportlerparties, die später als „Players-Delight“ bekannt wurden. Dort lernten sie den Tänzer Sam kennen, der mit seinem Freestyle und Animationstänzen stark in der Berliner Schwulenszene verankert war.

Gegenseitige Begeisterung und der besondere Wunsch der damaligen Veranstalter von „Players Delight“ Sven und Torsten, die drei Judokas als Stammtänzer bei den Partys zu haben, hatten zur Folge, dass die Jungs im damaligen stillgelegten und privatisierten SEZ Berlin das erste erwähnenswerte Engagement bei einer Veranstaltung mit über 2000 Besuchern erhielten.

Angstfrei und voller Liebe zu der neu entstanden Leidenschaft, animierten sie die tanzende Berliner Partyszene.

Das in dieser Zeit ungewöhnliche Team bestehend aus den vier Freestyle tanzenden Jungs sprach sich in kürzester Zeit bei den Berliner Veranstaltern der Club- und Partyszene herum. In den folgenden zwei Jahren waren sie in der gesamten Berliner Club- und Partyszene unterwegs, immer dort, wo Animations- und Freestyletänzer gebraucht wurden. Hierbei wurde fast kein Club oder Veranstaltungsort ausgelassen.

In dieser Zeit waren Großveranstaltungen mit ständig wechselnder Lokation in stillgelegten Berliner Fabrikgebäuden sehr beliebt. Partyveranstalter jeder Szene mussten sich, um große Hallen zu füllen, immer wieder neue Highlights für ihr Berliner Publikum ausdenken. Veranstaltungsorte wie die Dynamohalle, Arena, SEZ, Velodrom, BKA Zelt, die Schwangere Auster und das Tempodrom wurden fast wöchentlich von Berliner Veranstaltern in Beschlag genommen.

Auf Grund der großen Nachfrage mussten die Jungs bald ganze Teams mit bis zu 16 Freestylern für ihre Auftritte organisieren, um dann mit geballter Power die Berliner Partycrowd zu entertainen. Ein besonderes Markenzeichen dieser Teams war der Facettenreichtum, der sowohl mit optischen als auch mit tänzerischen Fähigkeiten sämtliche Reize ansprach. Man lernte viele interessante Tänzer kennen, mit denen man sich auch außerhalb des Nachtlebens austauschte.

Bald kamen auch die ersten drei weiblichen Mitglieder, Ina, Christine „Stones“ und Nadine „ Red Nad“, die in der Berliner Clubszene längst etabliert waren, zur Gruppe hinzu. Sie nannten Clubs wie „Strike“ oder „Blue“ ihr Wochenendzuhause. Die Mädels waren eine logische Ergänzung zu den Jungs. Die tiefe Verbundenheit zur Berliner HipHop Szene von Stones, die klassische Ausbildung Red Nads mit Liebe zur HipHop Musik sowie Inas Wandelbarkeit in Kostüm und Optik gaben dem Team eine ganz neue Qualität.

Das Gesangstalent Mark und der spätere Mitbegründer der Samuel's Dance Hall "Romeo“ (Berliner B-Boy der 2. Generation, damals bekannt als Adonis der Breakdanceszene und berüchtigt für seine dynamisch exakten Powermoves) komplettierten das Team und das Potenzial der Gruppe schoss auf ein ungeahntes Niveau.

In dieser Formation waren sie unter dem Namen „NBC - New Boogie Clique“ von 2002 bis 2004 in der Berliner Nacht- und Clubszene unterwegs. Zeitgleich folgten Jens und Sam ihren Träumen und blieben der Gruppe zwar treu, aber verabschiedeten sich aus dem aktiven Nachttanzleben. Welche Außergewöhnlichkeit von diesem Team ausging, sollte sich bald herausstellen. Die optisch geprägte Animationslandschaft, die Notwendigkeit der extrovertierten Darstellungsfähigkeit, auf den Punkt zu jeder Musikrichtung zu performen, lag allem zugrunde. Die Motivation, als Team mit allen ihren Talenten und mit ihren Shows das Berliner Nachtleben zu bereichern, sollte sich als vorreitend herausstellen und zu ihrem Markenzeichen werden. Spätestens jetzt konnte man sich die Berliner Nachtlandschaft ohne sie nicht mehr vorstellen.

In der Zeit von 2001 bis 2003 performten sie u.a. für KISS FM, Jam FM, Großveranstaltungen wie den CSD, Love Parade und den Jahreswechseln als Freestyler und Showgruppe in ganz Berlin.

Es gab eigene Veranstaltungen, kreiert in der ehemaligen Narva Lounge, in der das Potenzial der Gruppe voll zur Entfaltung kam. So konnten Tanz, DJ-ing und Gesang in der Szene auf ein neues Level gehoben werden. 

Die monatlich stattfindende "Samuels Night", welche die sehr freizügig angehauchte Szene (KitKatbesucher) mit der Berliner Clubtanzszene (z.B. Sagebesucher) verbinden sollte, war musikalisch durch Housemusik geprägt. 

Bei der im gleichen Club stattfindenden „Samuels and Friends Party“ traten monatlich verschiedenste Berliner Acts mit "NBC" auf oder sie testeten neue Shows. Sie tanzten sich förmlich durch das Mark dieser Stadt. Neu ausgedachte Ideen konnten sofort umgesetzt werden. Die Loyalität zueinander und zu den Organisatoren löste ein stetiges Wachstum der Veranstaltungen, auf denen sie performten, aus.

So krönte z.B. die 2004 stattfindende Silvesterparty von „Players Delight“, mit DJ Tomekk neben den Residents (DJ JAM und DELIGHT) und einem Publikum von über 5000 Personen, nur zwei Jahre nach Gründung ihr "NBC" Crewdasein.

Das Organisieren von Trainingsräumen zur Weiterentwicklung ihrer Fähigkeiten als Gruppe war sehr aufwendig und auch kostspielig, so dass sich Björn entschloss, eine Fläche unter seiner damaligen WG anzumieten. Diese noch heute existierenden Räume, mit Romeo als erstem Trainer, war die Grundsteinsetzung für das heute an drei Orten in Berlin ausbildende Tanzschulsystem „Samuels Dance Hall“. Tänzer von "NBC" sind bis heute bei der Samuels Dance Hall als Trainer tätig und geben ihre Erfahrung der urbanen Tanzszene an Kinder und Jugendliche weiter.

Die neuen Herausforderungen der Schule, die Komplexität der Gruppe, die Stärken der einzelnen Persönlichkeiten und die Aufnahme eines "NBC" Mitgliedes in die aus Schweden stammende Popgruppe Rednex legte die Crew 2004 auf Eis.

Sebastian beendete seine Tanzkarriere, Marc und Stones folgten neuen Zielen.

Erst die 2004 stattfindende Weihnachtsgala der Samuels Dance Hall ließ einen Teil der Gruppe mit einigen ihrer talentierten Schüler wieder zusammenkommen.

Hier spricht man das erste Mal von der „Samuels Crew“.

„Samuels Crew“ ab 2005  

Unter völlig anderen Voraussetzungen, mit jungen, unerfahrenen Tänzern, verlagerte sich das Auftrittsfeld komplett in die Berliner Tageseventszene. 

Zum Beispiel wurden so die heutigen Jugendweiheshows des HVDs im Friedrichstadtpalast und der Jugendweihe Berlin Brandenburg im FEZ durch die mit zwei Generationen besetzte Crew über Jahre hinweg performt.

Der kontinuierliche Zuwachs an jungen Talenten sorgte für stetigen frischen Wind und neue entwicklungstechnische Herausforderungen, in denen die Samuel`s Crew sich in verschiedensten Stilen und Arten neu finden musste.

Die Mitglieder zwischen 2005 und 2010 waren Nadine, Gelareh, Cathi, Alina, Lia, Lisa, Romeo, BJ, Long (heutiger Leiter der Samuels Crew und Crew-Member der Fothamockaz), Shizzo (ebenfalls Fothamockaz) und Gunnar (heute selbständiger Tänzer und Spezialist für die in Amerika entstandene, urbane Tanzkultur).

Stadtfeste, Centerauftritte oder Jugend-Events waren Orte, an denen man die Samuel`s Crew in Berlin sehen konnte. Gleichzeitig produzierten sie komplette Shows für u.a. Dräger „Beat of Life“ 2010, Cutman 2009-2010 und Camp David 2008 -2009.  

     (Clinton Kollektionspräsentation im Kosmos, 2009)                        (Bollywood Vollproduktion im Kosmos, 2010)

Es kam sogar zu einer Zusammenarbeit in zwei Filmprojekten: „Pandorum“ (2008, Regie: Christian Alvart, Choreographie: Angelika Eltiez Honig) und „Die Superbullen“ (2009, Regie: Gernot Roll). Beide Filme wurden von Constantin Film produziert und waren ein besonderer Erfahrungszuwachs aus der Filmbranche.

   (Superbullen, Nachtdreh in München, 2010)                                (Pandorum, Potsdam Babelsberg, 2008)

Von 2009 -2014 tourte die Crew im Zuge der NDR- und MDR-Sommertour als einziger Dance-Act durch Nord- und Mitteldeutschland und teilte sich die Bühne mit Bands wie Mike and the Mechanics, The BossHoss, Mel C uvm.

  (Samuels Crew MDR Sommertour 2013 )                             (Samuels Crew NDR Sommertour 2014)

Da zwei der Crewmitglieder Romeo und BJ im Wettkampfbereich und auch im Leistungsvergleich ihre Jugend verbracht hatten, verglichen sie sich tanzend zwischen 2009-2014 auf der internationalen Fläche des IDO mit Crews aus der ganzen Welt.

Sie schlossen sich hierbei dem international erfolgreichen Wettkampfteam „Respect“ aus Potsdam, unter der Leitung von Sven Seeger, an.
Romeo: 2009-2012, BJ: 2009-2014 und Nadine: 2012
Sie, wie auch alle anderen Mitglieder der Gruppe, waren über 30 Jahre alt und traten nach notwendigen Qualifikationsläufen bei den Weltmeisterschaften des IDO in der Kategorie Formation Ü30 an.
In diesen sechs Jahren fuhren sie fünf Mal als Weltmeister und einmal als Vizeweltmeister nach Hause.

Das Lehren, Performen und Entwickeln, gepaart mit der Flexibilität, in allen Lagen das Publikum zu erreichen, sollte fortan ihr ständiger Begleiter sein.
2011 wurde Laura Mitglied der Crew.

Ende 2011 verließ Shizzo den festen Kreis der Crew, studierte Veranstaltungstechnik und -management und gründete mit Long, Lou und Sascha die bis heute bestehende Urban Entertainment Crew „Fothamockaz“ kurz „FM-Crew“. Er ist bis heute als Performer und Choreograph mit der Samuel‘s Crew fest verbunden. 

2012 stieß Christopher Schmidt, ein weiterer Tänzer aus dem Schüler-Talente-Pool der Samuel´s Dance Hall, zur Gruppe dazu. Chris ist Fotograf und kann auch als „The Moving Picture Artist“ viele Erfolge feiern.

2013 wurde Sandra Bo in die Crew aufgenommen: als Trainern für wettkampforientierte Schüler. Sie bereichert seither die Crew mit ihren ausgefallenen, extravaganten Looks und auf den Punkt gebrachten Lady- und Hip-Hop-Choreographien, welche sowohl sexy als auch powerful zugleich sind. Ihr stetiger Wegbegleiter „Barnie“ ist seither ein Teil der Samuels Family. In die Crew hat er es aber bis heute noch nicht geschafft. Durch lautes Bellen kann er allerdings schon mal prächtig auf sich aufmerksam machen.

2015 stießen die beiden bisher letzten jungen und außergewöhnlichen Talente zur Samuels Crew dazu: Charly und Matze, welche die jüngste Profigeneration abdecken. 

Mit allen Wassern gewaschen und aus allen Erfahrungen der letzen 10 Jahre Samuels Crew und Samuels Dance Hall-Dasein schöpfend, ist die Crew vorbereitet, in den nächsten Jahren die Evolution der Crew zu präsentieren. 

Seit 2016 ist es etwas ruhiger geworden, die Touren sind ausgesetzt. Die Gründergeneration BJ und Romeo gaben das Leitungszepter an die jüngere Generation ab. Long ist seit 2016 künstlerischer Leiter der Crew.
Romeo hat sich aus der stetigen Choreographenrolle zurückgezogen. BJ kann sich auf das reine Tanzen seither mehr und freier konzentrieren, neue Ideen und Projekte für und um die Crew in die Wege leiten. Um es mit seinen schmunzelnden Worten zu sagen: „Endlich frei auftanzen“. 

Seither hat ein neues Zeitalter begonnen, mit neuer Rollenverteilung, die wieder erlernt, gefunden und verstanden werden will. 2016 gilt als eines der neufindungsreichsten und entwicklungsreichsten Jahre in der Crew Geschichte.

Neuer Zuwachs kam durch den Italiener Marco Di Nardo, ein Contemporary B-Boy, der tanztheatertechnisch in ganz Europa tätig war. Marco, der sowohl mit seiner Persönlichkeit als auch seinem menschlichen Flow zur Crew passt, integriert sich, als wäre er die letzten 10 Jahre schon dabei gewesen.

Die Motivation der Crew ist es, der Ehre ihrer Geschichte und ganzen Crewlaufbahn überdurchschnittlich gerecht zu werden, nach ihrem Motto: „Quality of teaching + own experience + motivation = NEXT Generation (without loosing the roots and passion).“ 

Die Essenz der Crew: Sie setzen auf die Zukunft und die Jugend, auch wenn sie dafür zeitweise an Performance einstecken müssen. Ihrem Leitsatz seit Bestehen der Samuels Crew 2005 bleiben sie bis heute treu: ihre Mitglieder aus Trainern und den Talenten der Halls zu generieren. Sie sind stolz, die Crew von Samuel´s zu sein und mit vielen anderen namhaften Crews auch das tanzende Berlin zu repräsentieren. Momentan arbeiten sie tänzerisch und choreographisch an ihrem bisher größten Projekt, den "Berlin Nights", und hoffen für diese Show die hohen eigenen Erwartungen wie auch die Erwartungen des Berliner Publikums, in Zusammenarbeit mit dem gesamten "Berlin Nights" Cast, allesamt außergewöhnliche Künstler, erfüllen zu können. Das Jahr 2017 ist voll und sie freuen sich drauf!

Die Zeit ist jetzt.

Stand 25.11.2016